10 Grundbegriffe, die immer wieder auftauchen, wenn es um das Thema Flamenco geht:

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SEVILLANA

Die Sevillana ist ein aus Sevilla (daher der Name) stammender, in Südspanien verbreiteter Volkstanz, der zum Flamenco gezählt wird. Sie gilt in Andalusien als der Volkstanz schlechthin, den jeder Andalusier schon von Kindesbeinen an zu beherrschen versucht und mit grossem Eifer und Ernsthaftigkeit bei Volksfesten ausführt. Die Sevillana wird in der Regel paarweise getanzt, wobei auch zwei Frauen, aber traditionell niemals zwei Männer, miteinander tanzen können. Sie wird sehr oft in Bühnenchoreographien eingesetzt.

BULERIA

Ein Name, den man in Verbindung mit Flamenco sehr oft auf Platten- oder CD- Covern der Interpreten liest, ist die Bulería (Mehrzahl: Bulerías). Es handelt sich dabei ebenso um einen Flamenco-Tanz. Die Bulería ist ein schneller und schwungvoller Tanz im 12/4-Takt, der aufgrund seiner Vielseitigkeit vor allem unter Tänzerinnen im Flamenco sehr beliebt ist.

RASGUEADO

Rasgueado ein Begriff, den man hört, wenn die Sprache auf die Flamenco- Gitarre oder Flamenco-Gitarrentechniken kommt. Es benötigt intensives Üben, bis man sich diese Technik angeeignet hat. Zunächst schlägt der kleine Finger die Saiten von oben nach unten durch. Erst danach – und nicht während der kleine Finger noch unterwegs ist! – beginnt der Ringfinger mit dem Abwärtsschlag. Die restlichen Finger folgen diesem Muster. Wenn der Zeigefinger mit dem Schlag beginnt, muss der kleine Finger wieder in der Ausgangsposition sein, um kurz darauf ohne Lücke wieder neu zu beginnen. Oftmals schließt sich an den Abwärtsschlag des Zeigefingers direkt ein Aufwärtsschlag des Zeigefingers an, worauf mit der Abwärtsbewegung des kleinen Fingers der Zyklus erneut beginnt. Der perkussive Effekt wird erreicht, indem die Finger am Daumen „eingeklemmt“ und dann – mit Druck nach unten „geschnippt“ – freigelassen werden. So entsteht eine kontinuierliche Bewegungsfolge, die typisch für diese Anschlagstechnik ist. Es ist ein langwieriger Prozess, bis es so schön knackig und perlend klingt, wie man es auf den Plattenaufnahmen hören kann.

FALSETA

Da wir gerade bei der Gitarrentechnik sind: Eine Falseta nennt man eine instrumentale Soloeinlage während der Gesangsstrophen, Tanzeinlagen, die aber auch für die Einleitung eines Musikstückes eingesetzt wird. Einige Beispiele für Falsetas findest Du, wenn Du auf den Link hier klickst:
http://www.ctv.es/USERS/norman/mdh.htm
(Der Windows Mediaplayer wird benötigt zum Anhören der Audiofiles)

NUEVO FLAMENCO

Der Flamenco Nuevo unterscheidet sich vom traditionellen Flamenco im wesentlichen dadurch, dass er von der jüngeren Generation mit modernen Elementen der Rock-, Blues- oder gar Jazzmusik kombiniert wird. Einer der Initiatoren dieser jungen Bewegung war der 1992 viel zu früh verstorbene Sänger Cameron de la Isla, die bekanntesten Interpreten für diese Stilrichtung sind heute der Gruppe Ketama oder der geniale Gitarrist Tomatito.

PACO DE LUCIA

Paco de Lucia ist Spaniens führender und bekanntester Flamenco-Gitarrist. Er besitzt einen einzigartigen, intuitiven Stil, ob er solo oder in Begleitung spielt, ob bei jazzigem oder lataeinamerikanischem Material seiner Gruppe. Er arbeitete eng mit Cameron de la Isla zusammen und natürlich auch seinen internationalen Bekanntheitsgrad durch die legendären gemeinsamen Sachen mit Al di Meola oder John McLaughlin erhöht. Sein Name hat hierzulande bereits in den 80er Jahren durch den Musikfilm “Carmen” einen Stellenwert bekommen.

KASTAGNETTEN

Vorbilder der spanischen Kastagnetten sind die antiken Crotales (dickwandige Kuppelgongs, die mit kleinen Schlaufen an Daumen und Zeigefinger einer Hand festgehalten und mit den Fingern zusammen geschlagen werden). Die Kastagnetten bestehen aus Holz und sind zwei kleine ausgehöhlte Schalen mit flachem Rand. Sie werden paarweise mit beiden Händen gespielt. Für die Verwendung im Orchester gibt es Stiel-Kastagnetten. Weitere Infos über die diversen Spieltechniken: http://www.kastagnetten.com/

FANDANGO

Der Fandango ist ein im Flamenco-Genre ansässiger Singtanz mit Kastagnettenbegleitung. Es gibt in den diversen Regionen unterschiedliche Arten der Auslegung des Tanzes. Angeblich ist der Tanz aus dem afrikanischen Chica hervorgegangen, der wiederum von den Mauren nach Spanien gebracht worden ist. Einer der bekanntesten Fandango-Gitarristen ist Carlos Montoya.

DUENDE

Duende ist das magische, geheimnisvolle Wort. Undefinierbar und tief verankert in der spanischen Kultur. Es ist eine Eigenschaft, die tief aus der Seele kommt - schreiend - der Künstler wird zu dem, was er singt. Vergleichbar in etwa mit dem “Runners High” eines Marathon Läufers. “Ein(e) Sänger(in) wird von der Leidenschaft erfasst und findet sich selbst in den Tiefen der Selbstvergessenheit - Carmen Linares oder Camaron De La Isla sind beispielhaft für die Kraft des erlebten und praktizierten Duende”. Zitat Mario Pacheco, Gründer des zeitgenössischen Flamenco-Labels “Nuevos Medios”

GIPSY KINGS

Sie sind eine der erfolgreichsten Gruppen Europas, aber den Flamenco, der ihnen oft angedichtet wird, spielen sie gar nicht. Während das deutsche Wikipedia den Familie der Reyes und Baliardo noch das Attribut “Flamenco Pop” unterschieben möchte, hat es die englische Wiki-Version auf den richtigen Nenner gebracht. Die Gipsy Kings spielen “Rumba Catalana” und auch Barbara von Agua Y Vino ist der gleichen Meinung. Keine Flamenco-Punkte für die schnittigen Jungs aus Frankreich. Aber natürlich ist die Musik gut, keine Frage.