Der Hasenstall in der Juliuspromenade 4

MUSIKKNEIPE “HASENSTALL”

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Christian Kraus

Würzburg, Juliuspromenade 4
Öffnungszeiten: täglich ab 19 Uhr
Telefon: 0931 / 359 86 529
Internet-Adresse: www.derhasenstall.de 

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Wenn der Besucher die Webseite der Musikkneipe “Hasenstall” öffnet, begrüssen ihn der Schriftzug “gute Musik, leckere Cocktails und eine freundliche angenehme Stimmung”. Aber weil das ja auf fast jeder Webseite einer Musikkneipe steht, habe ich mich einfach einmal auf den Weg in den “Hasenstall” gemacht. Natürlich fällt sofort das Wörtchen “Reggae” ins Auge und da ich schon seit meiner Jugend ein Faible für die Musikrichtung habe, bin ich gleich sehr hellhörig geworden. Eine Reggae-Kneipe als Fels in der Brandung umspült von mainstreambesäuselten Radio-Wellen, die alle Grosshirnrinden der Musikfreunde nach und nach verseuchen. Und der Weg hat sich gelohnt!

Christian Kraus - Der sympathische Chef im Hasenstall

Natürlich hat mich die Musik von allem am meisten interessiert. Und es läuft Reggae ohne Unterbrechung und das, ohne langweilig zu werden. Christian Kraus kennt sich sehr gut aus im Genre, er sucht die Musik selbst aus und sorgt dafür, dass im Laufe eines Abends sämtliche Musikstile der jamaikanischen Insel abgedeckt werden und keinem langweilig wird: Reggae, Dancehall, Ska, karibischer Pop-Reggae, Rock Steady, Raggamuffin, Calypso. Musik der späten 60er über 5 Dekaden bis ins Jahr 2010 hinein. Auch Crossover wie Culcha Candela, Seeed oder Carl Douglas (mit der Super Reggae Version des 70er Klassikers “Kung Fu Fighting”) konnte ich vernehmen am 1. Abend!

Ganz zu Beginn des Abends hatte ich die Möglichkeit, kurz mit dem Besitzer Christian zu sprechen, als es noch nicht ganz so stressig war.

Der Hasenstall - Frontansicht - Faschingmässig dekoriert

Christian, wie bist Du denn zum “Hasenstall” gekommen?

Durch die Freundin.

Wie das? Hat sie Dir den Tipp gegeben, dass es hier in der Juliuspromenade ein Lokal zu pachten gibt?

Ne, Ne, das war durch die Tomate. Kennst Du den Laden noch?

Du meinst das Lokal in der Plaich (Anm. d. Verf.: Stadtzeil im Zentrum von Würzburg - ähnlich der Bronx in New York)?

Genau. Die Tomate war ja bis Ende der 90er die einzige Reggae-Cocktail Bar in Würzburg. Meine Freundin war die Besitzerin und dann haben wir gewechselt, weil der Pachtvertrag damals ausgelaufen ist und sind dann hier rein. Uns gibt es jetzt seit 2 Jahren.

Mensch, ich habe jetzt erst durch Zufall davon gelesen. Ich war vor 2 Monaten bei einem Reggae-Konzert im B-Hof gewesen. Da war ich zunächst einmal platt, weil sich nur 10 Leute bemüht hatten und ich dachte damals: “Mensch, das kann doch gar nicht sein, dass Reggae so schlecht läuft in unserer Region” - und der Interpret, der dort aufgetreten ist, das war ja schliesslich kein Unbekannter. Der hatte mich nach dem Konzert gefragt: “Und was machen wir jetzt?” Der hätte gejubelt, wenn ich ihn hier her gebracht hätte.

Ja, ich kenne den Zauberberg, da wird auch Reggae gespielt.

Und wie kommt es zum Konzept, war Reggae Musik schon immer Deine heimliche Liebe?

Ja - auch. Ich höre aber auch andere Sachen gerne. Aber hier im Lokal habe ich mein Konzept und bleibe auch gerne dabei - aber privat höre ich auch mal etwas Anderes, logisch. Aber hier in der Reggae Kneipe - das ist offiziell - da gibt es nur Reggae und die dazugehörigen Schubladen. Mit der Ausnahme Fasching natürlich - da gibt es auch Faschingsmusik. Aber sonst läuft hier wirklich nur Reggaemusik in allen Facetten (Im Hintergrund läuft gerade Marcia Griffiths mit einem tollen Song - schwer für mich, nicht los zu tanzen jetzt).

Was ist Fasching geplant?

Das haben wir verschiedene Thementage. Samstag zum Beispiel gibt es thematisch Wild West, am Donnerstag geht’s los und dann wird die “Sau rausgelassen”.

Die Musik suchst Du alleine raus? Einen DJ gibt es hier ja nicht, das machst Du dann alles. Wie informierst Du Dich über neue Musik?

Ne, DJ gibt es nicht. Die Musik läuft von CDs und teilweise auch vom Notebook. Meistens werden die älteren Sachen gespielt. Die Gassenhauer (passend dazu läuft gerade Inner Circle’s “Sweat”, den meisten bekannt als “La La La La La Long Song oder so ähnlich”) und das mische ich dann mit etwas Neuem, wobei ich das Neue dann zwischen die älteren Sache mische. Es ist halt meistens auch viel Durchgangsverkehr, die wollen ihren Bob Marley hören und eine gute Zeit haben. Da muss dann schon in der Breite gespielt werden. Aber ich bin da auch sehr flexibel und kann mich nach den Gästen richten, die gerade da sind.

Wie lange gibt es den “Hasenstall” schon und wie bist Du auf diesen lustigen Namen gekommen?

Das kam auch durch die Freundin. Die hat damals immer zu jedem “Hase” gesagt und dann habe ich gesagt, irgendwann machen wir mal einen Hasenstall auf. (Im Hintergrund läuft gerade Dancehall mit ”Too Abusive” von Lady Saw). Den Hasenstall gibt es jetzt drei Jahre.

Du hast schenkst Distelhäuser aus. Und sonst?

Ja, Distelhäuser, Cocktails gemischt, alkoholisch und alkoholfrei. Essen gibt es nicht, wir sind nur eine Kneipe. Jeden Tag gibt es getränkemässig auch ein anderes Programm. Geöffnet haben wir jeden Tag. (Anm. d. Verf.: Der Kaffee, den ich im “Hasenstall” getrunken haben, ist erstklassig und kann meiner Meinung nach qualitätsmässig locker mit der Qualität von sogenannten Kaffee- Bars mithalten, wenn er nicht sogar besser ist!)

Gibt es irgendwelche Anekdoten, die Du loswerden möchtest?

Da fällt mir jetzt auf die Schnelle die eine Frau ein, die ihre Handtasche auf dem Tisch ausgeleert hatte und einen Akku-Bohrschrauber dabei hatte.

Einen Akku-Bohrschrauber?

Ja, einen Akku-Bohrschrauber (lacht). Aber ich habe keine Ahnung, was sie damit vorhatte. (Anm. d. Verf.: Gerade läuft Shaggy’s sehr gute Cover Version des alten Klassikers “In The Summertime”)

Bei Dir kann geraucht werden?

Ja, bei mir ist alles stressfrei. Auch - oder vor allem durch die Musik gibt es hier immer nur angenehme Stimmung, weil sich hier nur nette Leute aufhalten.

Caribic Blue im Hasenstall

Die Besucher im Hasenstall sind eine kleine grosse Familie, in die auch jeder Neuankömmling aufgenommen wird, “sofern er sich gut benimmt” sagt mir Manuela, eine nette “Häsin”, die an diesem Abend im Lokal kennen lernte.

Und ich darf sie bestätigen, selten bin ich so schnell mit “wildfremden” Menschen ins Gespräch gekommen. Nach kurzem visuellen “Abchecken” ist meistens die erste oberflächliche Bemusterungsphase abgeschlossen, Vorurteile scheint es hier nicht zu geben, jede(r) spricht mit jedem und das wirklich über “Gott und die Welt”. Gibt Christian Recht, was er oben im kurzen Interview erzählt hat: Hier dominiert die gute Laune - und schuld daran sind die coolen Kneipengänger(innen), die man im Hasenstall trifft.

Auch nette Geister haben jederzeit Zutritt

Das Wochenprogramm im Hasenstall:

Montag: Happy Hour all night long
Dienstag: Kurze Nacht
(Tequila Ramazzotti zu Happy Hour Preisen)
Mittwoch: Sangria Nacht
Donnerstag: Ladies Night
(für jedes Häschen ein Gläschen Sekt gratis)
Freitag: Bunny Power
Samstag: Hasenstall Nacht
Sonntag: Doppeldecker bis 24 Uhr

Piratenbräute und Wikinger ebenfalls

Eine gute Idee habe ich auch noch entdeckt: Es gibt auf der Webseite vom “Hasenstall” einen Gutschein, den man ausdrucken kann. Bringt man diesen mit, bekommt der Besucher zum Kennen lernen einen Cocktail gratis. “Reinhoppeln - Gutschein abgeben - Geniessen - Prost” heisst es auf der Webseite. Und wann hoppelst Du zum Hasenstall? Wir seh’n uns!

Christian hat alles jederzeit im Griff

Die Webseite vom “Hasenstall” mit schönen Party-Fotos: www.derhasenstall.de

FOTOS IN DIESEM PORTRÄT WURDEN FREUNDLICHER WEISE VON CHRISTIAN KRAUS (COPYRIGHT: DER HASENSTALL) ZUR VERFÜGUNG GESTELLT:

Der Hasenstall - Frontansicht - Faschingmässig dekoriert