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Dem instrumentalen Knochenbrecher “Lithium” folgt das ultraschnelle & rabiate “Another End Of The Rainbow”- so schnell, dass ich kaum mitkomme beim Auszählen mit dem Beatcounter (221 bpm). Die abgefahrenste Nummer aber, die ich in in den letzten Monaten im Metal Bereich gehört habe, ist “I Am One”. Der Song basiert auf einem Flamenco-Rhythmus, den die drei Instrumentalisten auch 100%ig rüber bringen ohne technische Fehler - unglaublich: Flamenco-Metal! Das nexte Stück “Chasing The Dragon” hört sich arabisch an, ein akustisches Instrument (eine Oud?) klimpert eine traditionelle Melodie - sonore Satzgesänge, die an King’s X (“From Gretchen To Nebraska”) erinnern, dazu höre ich marokkanische tribale Percussion - und zwischendurch verarbeitet die Band immer wieder diesen elementaren Rhythmus zu einem metallischen Donnerwetter, das ich so auch noch nicht gehört habe. Der Gitarrist spielt seine Riffs und reitet dann mit Flageoletts auf den Bündstäbchen herum, dass ich am liebsten auf meinen Bildschirm steigen möchte und von dort ins dunkle Zimmer stagedive (es ist mittlerweile schon 23:26 Uhr - die besten Beschallung also für den ultimativen Totentanz)
Das nexte Stück “Castaways In The N.W.O.” beginnt mit einem Keyboard Sequencer Groove, zu dem sich auch sofort die Crossover-groovigen Gitarrenriffs gesellen. Wann habe ich zuletzt solch einen Spass gehabt bei einer Metal-Scheibe? Zum Sänger: Jules Näveri fällt nicht weiter auf - und das ist gar nicht abwertend gemeint - er fügt sich hervorragend ein ins Gesamtkonzept der Band - Schlagzeuger Daniel Zeman fährt einen irren Schnellzug durch sämtliche 14 Stücke und der Bassist Alla Fedynitch ist eine Bassistin und das ist das Überraschende überhaupt, dass ‘ne Metalfrau dieses irre Tempo gehen kann. “Ticket” ist wieder irreschnell (210 bpm) - zu Beginn des Stückes zeigt Waldemar, dass ihm auch ein Al Di Meola (für alle Metal-Horden: Das ist ein Fusion-Jazz Gitarrist, der seit den 70ern zu den Besten seines Fachs gehört: http://www.aldimeola.com/new-site/index.php) nichts mehr vormachen kann in Punkto Technik und Geschwindigkeit. “Paradigm” - ebenfalls ein brechender Groover, der Tango- und Flamenco-Feeling mit einbringt.
Und es geht weiter in diesem Tempo: “The Golden Horizon” ist der Dschingis Khan Eurovisions Schlager für alle Metal-Kohorten. Der hypnotische Rhythmus wird immer wieder weiter gesponnen von den Musikern - beim ersten Hören komme ich mir vor, als ob ich einer spontanen Jam-Session zuhöre - der Gesang wexelt zwischen Screamo- und Guttural-Elementen, ohne dass es aufgesetzt wirkt - der Musikhörer hat hier sowie so keine Zeit zu überlegen, weil die Stimmungen hier so rasend schnell wexeln, dass zu keiner Sekunden Langeweile aufkommt.
Der Rest? “Sky Shooting Stars” galoppiert wild wie Fury und die spassigen Breaks zeigen, dass die Band Humor hat. “Stolen Sky” ist eine obligatorische Crossover “Ich mach Dir den Clawfinger” Metal-Nummer mit komplexen Breaks, “Aimless” ist eine traditionelle polnische “Olga-Polka-Wotka-Ballade”, die vor allem nach dem 25. Bier zünden dürfte - aber auch hier zieht das Tempo nach 2 Minuten gnadenlos an. Am Ende steht ein kurzes Instrumental namens “In Memoriam”.
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FAZIT:
Waldemar Sorychta gehört zurzeit zu den besten Gitarristen, die es im Genre gibt. Was er auf dieser CD veranstaltet - ohne die Leistung der anderen Musiker zu schmälern - ist schlicht weg Weltklasse! Aber hier spielt kein Einzelner, sondern eine kompakte Einheit, die mit “Caedium” eines der besten Metal-Alben des Jahres 2010 fabriziert hat. Ein sensationelles Album! Fantastyczna Praca, Waldemar!
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Veröffentlichung: 28. Mia 2010 (Massacre Records)
Aufgenommen wurde im Wallstreet Sound Studio in Dortmund
Personal: Waldemar Sorychta (leadguitar) Jules Näveri (vocals) Daniel Zeman (drums, percussion) Alla Fedynitch (bassguitar)
Für Fans von: Meshuggah - Fear Factory - Obliveon - Circle Of Dust
Webseite: http://www.myspace.com/enemyofthesunband
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